Urbane Arten Hot-Spots - Vögeln und Amphibien auf der Spur
Austernfischer auf Flachdach - Foto: NABU Bremen / Florian Scheiba
Wie ist es um Bremens Arten bestellt? Diese Frage beschäftigt uns zu Zeiten es immer wieder allgegenwärtigen Artensterbens als Naturschutzverband alltäglich und sie ist nicht leicht zu beantworten. Dank der Berichtspflichten der EU z.B. den Zustand er Vogelwelt alle 6 Jahre zu erfassen, gibt es zumindest teilweise Informationen. Auch Rote Listen z.B. zu Amphibien und Reptilien geben Auskunft über die Bedrohungslage einzelner Artengruppen. Diese Erfassungen können jedoch auch von ihrer Methode her nur einen Teil der vorhandenen Fläche abdecken. Es bleiben Lücken vor allem im städtischen Raum außerhalb von Schutzgebieten, wo keine Betreuung im Sinne von Natur- und Artenschutz stattfindet, sondern oft andere Dinge im Vordergrund stehen.
Diese Lücken wollen wir kleiner machen. Wir als NABU Bremen haben es uns deshalb in unserer im letzten Jahr verabschiedeten Strategie zur Aufgabe gemacht Datensammlungen zu Artenvorkommen als Grundlage für Maßnahmen voranzutreiben.
Ein aktuelles Beispiel ist das in diesem Jahr gestartete Projekt „Urbane Arten-Hot-Spots: Vögeln und Amphibien auf der Spur“. Wir möchten herausfinden wo es in Bremen Vorkommen bestimmter Arten von Vögeln und Amphibien gibt. Besonders interessant sind hierbei die Lücken, also die Flächen, die bisher nicht regelmäßig erfasst werden, sich aber für eine zukünftige Erfassung eignen würden. Das kann in der Wohnsiedlung sein, ein Gewerbegebiet, eine Kleingartenanlage oder auch eine Parkanlage. Bei der Auswahl der Zielarten gucken wir danach welche Arten sich gut erkennen lassen aber auch wo es besonders interessant ist die Verbreitung zu erfassen. In einem ersten Schritt gibt es dazu Meldeaufrufe, um zu erfahren wo Bremerinnen und Bremer bestimmte Arten beobachten. Gleichzeitig werden weitere Datenquellen ausgewertet, um zu schauen wo genauer hingeschaut oder hingehört werden sollte. Die Erfassung dieser Gebiete soll dann vor allem im kommenden Jahr in Form von gemeinsamen Beobachtungen und auch mithilfe von Bioakustik erfolgen. Dahinter verbirgt sich das Ausbringen eines Aufnahmegerätes, welches Rufe, Gesänge und Töne automatisch aufzeichnet. Im Anschluss erfolgt eine Auswertung der Aufnahmen, um zu erfahren welche Arten vorhanden sind.
Typisch für den NABU geht es dabei nicht ohne das Ehrenamt. Die eingangs erwähnten Erfassungen zur Vogelwelt und Roten Listen könnten ohne ein großes Engagement von Ehrenamtlichen nicht durchgeführt werden und das Wissen um den Zustand der Arten wäre noch geringer. Erst kürzlich konnten in Niedersachsen durch von Bürgern gesammelte Daten teils sehr seltene Wildbienen in Siedlungen und Gärten entdeckt werden. Bei den Meldeaufrufen sowieso und bei den Erfassungen kann also jede und jeder mitmachen der Lust hat mit uns zusammen genauer hinzuschauen. Ihr bringt eure Zeit und Interesse mit. Die notwendigen Kenntnisse vermitteln Workshops zu Artenkenntnissen und Erfassungsmethoden. Gefestigt wird das Wissen dann durch gemeinsame Beobachtungen und Auswertungen. Die Freude und Begeisterung in der Natur zu sein wollen wir so im Projekt mit der Erfassung von Daten, die letztlich dem Erhalt dieser Natur dienen sollen, verknüpfen.
Erste Aufrufe zur Meldung von Waldohreulen und Waldschnepfen sowie zu Erdkröten und Teichmolch und zum Austernfischer sind erfolgt und werden aktuell ausgewertet. Weitere Aufrufe werden folgen. Ab Herbst 2026 wird es erste Workshopangebote geben, bei denen ihr mehr über die Zielarten und deren Erfassung lernen könnt. Also wenn es dann wieder heißt Bremen sucht…dann macht gerne mit, verbreitet den Aufruf und sammelt mit uns Daten zu Bremens Vögeln und Amphibien, um diese in Zukunft noch besser schützen zu können.
