NABU ruft zur Winterruhe im Garten auf
Laubhaufen - Foto: NABU/ Eric Neuling
Damit Glück bringende Marienkäfer, inzwischen bedrohte Igel und Schnecken fressende Erdkröten den Winter gut überstehen, kann jeder und jede ganz einfach selbst aktiv werden. Insekten und Amphibien fallen im Winter in eine Kältestarre. Igel und Haselmäuse verschlafen die kalte Jahreszeit bei verringerter Körpertemperatur und brauchen dabei ihre Fettreserven auf. Damit sie vor Störungen und Feinden sicher sind, suchen sie instinktiv nach geeigneten Plätzen – und tappen dabei manchmal in unnötige Fallen.
Kröten und Molche suchen dunkle, feuchte und frostfreie Quartiere wie in Kompost-, Totholz- und Laubhaufen, verkriechen sich unter Baumwurzeln, in Benjeshecken und feuchten Erdlöchern. Manch Lichtschacht vorm Kellerfenster, Gully und Außenkellertreppe verspricht, zu solchen Quartieren zu führen. Die Sackgasse bemerken die Tiere schnell, doch kommen sie nicht wieder hoch oder heraus. „Mit einem angerauten Holzbrett als Rampe gelangen Kröten und Molche schnell wieder ins Freie“, so Florian Scheiba vom NABU Bremen. Noch besser ist ein feinmaschiges Gitter auf Lichtschächten oder ein senkrechtes Sperrbrett.
Auch manch Dachboden oder Gartenschuppen wird zu Falle, wenn den ganzen Sommer und Herbst über ein Fenster oder eine Luke offen stand. Schmetterlinge, Käfer, Florfliegen und Spinnen suchen nach schmalen Ritzen und Spalten, die auf die Tiere wie natürliche Felsspalten oder Höhlungen wirken. Wärmt sich der Raum auf, wachen die Tiere auf, finden aber keinen Ausgang. „Solche Tiere kann man vorsichtig aufsammeln und in einen kühlen Raum setzen, damit sie ihre Winterruhe fortsetzen können“, rät Scheiba. Auch müssen die Fenster und Luken rechtzeitig im Frühjahr wieder geöffnet werden.
Die Ritzen in gestapeltem Kaminholz locken ebenfalls als geschütztes Quartier. Das gilt auch für Baumhöhlen, in denen sich beispielsweise Haselmäuse zum Winterschlaf einnisten. Ebenso finden sich die Bilche mit ihrem buschigen Schwanz und großen Augen in und unter Totholz-, Reisig- und Laubhaufen. Werden sie gestört, müssen sie zum Wachwerden einen Teil ihrer Fettreserven verbrennen, die dann oft nicht mehr bis zum Frühjahr reichen.
Im Freien ist zudem der Boden ein wichtiges Winterquartier. Einige Wildbienen bauen an freien Stellen ihre Niströhren, in denen der Nachwuchs überwintert. Im Frühjahr wärmen die ersten Sonnenstrahlen die Nester auf. Andere Falterraupen und -puppen lassen sich von Gehölzen ins schützende Laub am Boden fallen. Noch andere bohren sich in die Stängel von Stauden und Blumen oder kleben sich wie der Zitronenfalter an einen Halm und wirken wie ein Blatt. „Das herbstliche und winterliche Aufräumen im Garten stört diese Überwinterer“, betont Florian Scheiba. Deshalb rät der NABU, die Gartenarbeit den Winter über im Wesentlichen ruhen zu lassen.
Das gilt auch für den Gartenteich. Vor allem Grasfrösche überwintern gern am Grund von Gewässern, die mindestens einen Meter tief sind. Bis hierhin reicht der Frost auch bei länger anhaltenden Minusgraden nicht.
