Vogelfütterung als Naturerlebnis
Futterspender - Foto: Julian Heiermann
„Derzeit fragen wieder vermehrt Menschen bei uns nach Vogelfutter“, erzählt Florian Scheiba, Vogelkundler beim NABU Bremen. Aber auch Informationen zum richtigen Füttern sind regelmäßig Thema.
Interessant sind Futterstellen nur für etwa ein Zehntel der heimischen Brutvogelarten. Vor allem profitieren Körnerfresser wie Buchfink, Gimpel und Spatz von den Saaten und Kernen in den Mischungen. Nicht enthalten sein sollten Allergie auslösende Arten wie Ambrosia, betont der NABU Bremen, der geeignetes Vogelfutter in seinem Shop im Vahrer Feldweg 185 abgibt. Bio- und NABU-Siegel geben ebenfalls Sicherheit und stehen gleichzeitig für einen naturgerechten Anbau. Amsel, Rotkehlchen und Heckenbraunelle freuen sich über Haferflocken, Obststücke, Rosinen und getrocknete Wildbeeren. Ganze Äpfel lassen sich in Holzgestellen feststecken. Meisen und auch Spechte nutzen außerdem Fettknödel oder -ringe sowie Drahtbehälter mit Nüssen. „Vermieden werden sollten dabei Plastik-Netze“, rät Florian Scheiba. „Darin können sich die Tiere verfangen, außerdem gelangt so oft Mikroplastik in die Natur.“ Gänzlich tabu sind Speisereste. Brot beispielsweise verdirbt schnell, quillt im Magen der Vögel und enthält zudem Speisesalz.
Meist befinden sich Futterstellen in Fensternähe. „Für Erwachsene, und noch mehr Kinder, ist das ein idealer Platz für Naturbeobachtung“, betont der Vogelkundler. „Nur, was man kennt, kann man schützen.“ Denn leider nehme die Artenkenntnis ab, genauso wie die Möglichkeiten zum Kennenlernen heimischer Natur. Deshalb befürwortet der NABU die Vogelfütterung, auch wenn die Tiere in einer naturnah gestalteten Umgebung nicht auf eine Fütterung angewiesen sind. Auf jeden Fall sollten einige Regeln beachtet werden, um nicht die Ausbreitung von Krankheiten zu fördern.
An großen Futterstellen und in offenen Futterhäusern gelangt leicht Kot ins Futter, deshalb müssen sie unbedingt täglich gereinigt werden. Besser sind Futtersilos mit wenigen Anflugstellen, aus denen sich die Tiere immer nur einzelne Körner picken können. Auch ist das Futter hier sicherer vor Feuchtigkeit, die es zum Quellen und vor allem zum Schimmeln bringt. Mit mehreren und kleineren Futterstellen, am besten mit unterschiedlichen Futterarten bestückt, verteilt sich nicht nur das Risiko, es stellen sich auch jeweils andere Vogelarten ein.
Futterstellen sollten immer frei anfliegbar sein und vor einem Angriff durch Katzen geschützt sein. Bäume und Büsche in der nahen Umgebung bieten möglicherweise natürlichen Feinden wie Habicht und Sperber Deckung.
Insektenfressern unter den Wintervögeln ist vor allem mit einem naturnahen Garten geholfen. Unter Laub und an heimischen Stauden und Gehölzen finden sie trotz der raffinierten Tarntechniken von Insekten immer wieder Nahrung. Auch Regenwürmer und andere Bodentierchen sind unter wärmenden Laubschichten aktiv, wo beispielsweise Amseln sie aufpicken können. Zudem bleiben Beeren und Samen oft bis weit in den Winter als natürliches Vogelfutter stehen. Allerdings können Störungen im Garten durch winterliche Aufräumarbeiten schnell zu einem Verlust des winterlichen Nahrungsangebotes führen.
Beratung, geeignetes Vogelfutter und Futtersilos bietet auch der Shop des NABU Bremen im NABU-Naturzentrum am Vahrer Feldweg, montags bis donnerstags von 14 bis 17 Uhr.
