Umweltbildung ist Pflicht – nicht Kür
NAJU – Kinder entdecken Natur. - Foto: NABU/Franz Fender
Der NABU Bremen betont anlässlich des Welttages der Umweltbildung die zentrale Bedeutung von Umweltbildung. Er fordert eine langfristige finanzielle Absicherung der Angebote. „Gerade in Zeiten von Klimakrise und Artensterben ist Umweltbildung kein ‚nice to have‘, sondern eine gesellschaftliche Pflicht“, erklärt Alissa Gruhn, Leitung der Umweltbildung beim NABU Bremen.
Kinder und Jugendliche wachsen zunehmend naturfern auf. Insbesondere in einer Großstadt wie Bremen fehlt vielen Menschen der direkte Zugang zu Natur und naturnahen Räumen. „Umweltbildung schafft wichtige Zugänge und legt den Grundstein für Verantwortungsbewusstsein gegenüber Natur, Klima und Mitmenschen“, stellt Gruhn fest. Denn Umweltbildung stärkt zentrale Zukunftskompetenzen wie kritisches Denken, Problemlösungsfähigkeit sowie Selbstwirksamkeit und sie ergänzt schulisches Lernen sinnvoll durch praktische Erfahrungen.
„Wenn Bremen es ernst meint mit Nachhaltigkeit, muss Umweltbildung Priorität haben“, betont Alissa Gruhn. Der Jugendverbandsreferent Yves Poniewas ergänzt: „Wir können uns eine Generation ohne Naturbezug schlicht nicht leisten.“ Mit Sorge blickt der NABU Bremen auf die Zukunft der Finanzierung der Umweltbildung. „Wer heute bei Umweltbildung spart, zahlt morgen einen hohen Preis“, warnt Alissa Gruhn. Daher muss Umweltbildung mit langfristiger Perspektive gedacht und finanziell abgesichert werden. Was über Jahre aufgebaut wurde, kann ohne Finanzierung sonst in kurzer Zeit verloren gehen.
Der NABU Bremen bietet auch in diesem Jahr wieder vielfältige Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Menschen aller Altersgruppen soll der Zugang zur Natur ermöglicht werden, um sie für den Schutz von Umwelt und Artenvielfalt zu begeistern. Die Angebote sind handlungsorientiert sowie erlebnisnah und werden von einer engen Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen getragen. Die langjährige Erfahrung und regionale Verankerung ermöglichen Vielfalt: Naturerlebnisprogramme für Kinder, Jugendliche und Familien, Bildungsangebote zu Artenvielfalt, Klimaschutz und nachhaltigem Konsum, Schulkooperationen, Ferienprogramme sowie Mitmachaktionen wie die Trashbusters-Müllsammlungen und die Nachtschwärmer-Nacht. Hinzu kommen wöchentliche Kindergruppen, Ferienbetreuung, schulische Angebote und Aktivitäten auf dem Gelände des NABU-Naturzentrums.
Umweltbildung vermittelt Wissen über Natur, Klima, Artenvielfalt und ökologische Zusammenhänge. Vor allem aber macht sie Natur erlebbar, statt sie nur theoretisch zu erklären. Wer nicht versteht, wie Natur funktioniert, kann sie auch nicht wirksam schützen: Umweltbildung übersetzt komplexe Zusammenhänge in alltagsnahes Wissen und macht Naturschutz für Kinder und Jugendliche konkret und nachvollziehbar. So lernen sie, was sie selbst tun können, um ihre Umwelt zu schützen, und erfahren Verantwortung und demokratische Teilhabe ganz praktisch.
