Bremen sucht Erdkröte und Teichmolch
Teichmolch - Foto: NABU /CEWE/ Andrea Déus
Wo wandern und leben Erdkröten sowie Teichmolche in Bremen? Einst häufig, geraten auch diese Arten inzwischen in Bedrängnis. „Oft sind Maßnahmen zu ihrem Schutz auch gar nicht so aufwändig, doch müssen dazu Überwinterungs- und Laichplätze bekannt sein“, stellt Florian Scheiba, Naturschutzreferent beim NABU Bremen, fest. Deshalb nimmt der NABU Bremen ab sofort Meldungen über Lebensräume von Erdkröten und Teichmolchen entgegen unter Info@NABU-Bremen.de. Für Sichtungen bitte Ort und Datum angeben, gern auch Fotos mitschicken.
Erdkröten kommen in Bremen, aber auch bis über den nördlichen Polarkreis hinaus und in Nordafrika vor. Jeden Frühling machen sich die Tiere aus ihren Winterquartieren in Erdhöhlen oder unter dichten Brombeerbüschen auf, um an ihre Laichgewässer zu wandern. Oft führt der Weg dabei über Straßen und Wege, die zur tödlichen Gefahr werden können. Auffällig sind die huckepack auf ihren Weibchen festgekrallten, kleineren Männchen, die sich so einen Vorteil für ihre Fortpflanzung verschaffen. Aus den bis zu 8.000 Eiern, die ein Erdkrötenweibchen ablegt, schlüpfen nach einigen Tagen Kaulquappen, die sich in intakten Gewässern bis zum Sommer zu kleinen Kröten entwickeln.
Teichmolche sind oft die ersten Amphibien, die nach dem Winter an ihre Laichgewässer wandern. Besonders beliebt sind kleine sonnige Gewässer mit vielen Wasserpflanzen. Hat das Wasser mindestens acht Grad, legt jedes Weibchen bis zu 300 Eier ab. Männliche Teichmolche bilden in der Paarungszeit einen stark gewellten Kamm auf dem Rücken, der sie wie kleine Drachen aussehen lässt.
Anhand der Meldungen sollen Gebiete identifiziert werden, die für eine genauere Untersuchung geeignet sind. Hier soll eine systematische Erfassung erfolgen, bei der ebenfalls jede und jeder mitmachen kann. Den Einstieg erleichtern Workshops, die Wissen und Erfassungsmethoden vermitteln und auf denen gemeinsame Monitoring-Einsätze vereinbart werden. Unterstützt wird der NABU Bremen dabei durch eine Förderung der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft im Rahmen des Projektes „Urbane Arten Hot Spots - Vögeln und Amphibien auf der Spur“. Damit soll dem Bestand an Wildtieren in der Stadt auf den Grund gegangen werden: Was lebt in der Nachbarschaft, im Kleingarten, auf dem Firmengelände, in Parks und Grünanlagen? Im Fokus stehen Vögel und Amphibien im Siedlungsbereich.
