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Mehr Natur in den Garten bringen

NABU Bremen informiert über das Anlegen naturnaher Gärten

Mehr Vielfalt, gezieltes Mulchen und der Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz stärkt natürliche Kreisläufe und schafft Lebensräume für zahlreiche Arten. Wir informieren über einfach umzusetzende Maßnahmen, die zusätzlich Biodiversität in der Stadt fördern.

Naturnaher Garten

Naturnaher Garten - Foto: NABU/Volker Gehrmann

Die Wärme kündigt den Sommer an. Das Pflanzenwachstum legt rasant zu, kaum ein Fleckchen bleibt lange offen. Zudem wuseln auf und unter den Pflanzen und Pflanzenresten zahlreiche Tiere, Heruntergefallenes wird zersetzt und wieder aufgenommen. „Die Natur funktioniert in Kreisläufen. Wer sie sich im Garten zunutze macht, hat mehr Zeit zum Genießen und fördert zudem Biodiversität“, betont Dorothee Meier vom NABU Bremen.

Stauden und Gehölzen ist am meisten geholfen, wenn sie im Sommer weitgehend sich selbst überlassen werden. Die richtige Schnittzeit für Gehölze ist der Winter. Zwar sind Pflegeschnitte im Sommer erlaubt, sie sollten jedoch auf unbedingt Notwendiges reduziert werden wie dem Freihalten von Wegen. Auch in Blumenbeeten kann aufs Aufräumen verzichtet werden, vor allem bei heimischen Arten, die an den Standort passen und sich deshalb von selbst durchsetzen. Gerade keimende ein- und zweijährige Blumen können anfangs leicht übersehen werden, zumal die sogenannten Zweijährigen wie Vergissmeinnicht, Fingerhut und Wilde Möhre im ersten Sommer nur Blattrosetten bilden, aus denen sich erst im zweiten Jahr Blütenstängel schieben.

Damit offene Stellen, ob bei frischen Pflanzungen oder im Gemüsebeet, vor Austrocknung geschützt sind, rät der NABU zum Mulchen. Auch kriechendes, sich flächig ausbreitendes Kraut wirkt wie Mulch. „Den Gundermann kann man eine ganze Weile tolerieren“, meint Dorothee Meier. Erst wenn sich eine Art zu stark ausbreitet, wird sie reduziert. Beim Mulchen werden Laub, Blätter, Erntereste, ausgezogene Beikräuter oder auch geringe Mengen Grasschnitt auf der Bodenoberfläche verteilt. In dieser Streu und im Boden stürzen sich zahlreiche Organismen von Bakterien und Pilzen bis zu Tausendfüßlern und Regenwürmern auf diese Nahrung. Am liebsten mögen sie die Reste heimischer Pflanzen. Dabei entsteht Humus, der Nährstoffe und Wasser speichert. So entsteht ein sich selbst erhaltender Nährstoffkreislauf. Im Spätsommer und Herbst werden Streu und Laub zudem zum sicheren Ort für die Überwinterung von Insekten-Eiern, -Larven, -Puppen und mehr.

Mulchen funktioniert auch in Hochbeeten und in gewissem Maß sogar in Balkonkästen. Um Humus in Töpfe und Kästen zu bekommen, empfiehlt der NABU Kompost und torffreie Erden. „Torf zersetzt sich an der Luft schnell und entweicht als Treibhausgas in die Luft“, erklärt Dorothee Meier. Für seine Gewinnung mussten Moore trockengelegt werden, so dass nicht nur wertvoller Lebensraum, sondern auch relevante Wasserspeicher und wichtige Treibhausgassenken verschwinden.

Der Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz nimmt dem Gärtner ebenfalls Arbeit ab. „Die Gifte darin wirken in der Regel auf eine größere Anzahl von Tieren – unerwünschte wie erwünschte“, so die Biologin Meier. Doch mit etwas Geduld reguliert sich Vieles von selbst. „Blattläuse treten zuweilen in den ersten warmen Wochen in Massen auf“, erzählt sie weiter. Möglich macht ihnen das die Fähigkeit, sich sozusagen zu klonen. „Ihre Fressfeine wie Marienkäfer und Schwebfliegen benötigen durch Eiablage und Larvenstadium etwas mehr Zeit, räumen dann aber den reich gedeckten Tisch umso schneller ab“, beruhigt Dorothee Meier. In Ausnahmefällen reichen auch sanfte Mittel wie das Abspritzen mit Wasser gegen den ersten Ansturm. Außerdem existieren verschiedene Blattlausarten, die nur schwer zu unterscheiden sind, sich aber auf unterschiedliche Wirtspflanzen spezialisierten. Eine vielfältige, bunte Mischung dämmt den Befall ein, egal ob im Blumen-, Kräuter- oder Gemüsebeet.

„Vielfalt schafft wichtige Trittsteine, die in der stark versiegelten Stadt für die Artenvielfalt überlebenswichtig sind“, betont die NABU-Mitarbeiterin. Solche Trittsteine sind auch Holz und Steine im Beet. Sie bieten zudem Schutz oder können für einen bestimmten Lebensabschnitt wichtig sein. Beispielsweise legen einige Wildbienen ihre Brutröhren in Totholz an, die geschlüpften Bienen benötigen bestimmte Futterpflanzen. Fehlt eines, ist der Lebenszyklus unterbrochen. Sogar Rasen ist ein Biotop, wenn er nicht ständig kurzgeschoren wird. Zwischen zehn Zentimeter langen Halmen finden Insekten Deckung, der Boden trocknet weniger aus, das Bodenleben und Wurzeln schaffen Aufnahmekapazität für Regenwasser. „Darf das Gras blühen, liefert es zusätzlich nahrhafte Samen“, beschreibt Meier einen weiteren Aspekt.

Mehr über Natur im Garten bieten zahlreiche Angebote im NABU in den kommenden Wochen: am 30. Mai von 12 bis 13.30 Uhr „Insekten im Waldgarten“, von 13.30 bis 15 Uhr „Waldgarten Führung“, von 11 bis 12.30 Uhr „Gemeinschaftliches Gärtnern kennenlernen“, das auch am 1. Juni von 16 bis 17.30 Uhr angeboten wird., am 3. Juni von 17 bis 18.30 Uhr „Kräuter und ihre Lieblingsstandorte“, am 4. Juni von 17 bis 19 Uhr „Junges Gemüse – altes Gemüse“ für Familien und Kinder ab 8 Jahren, am 12. Juni von 16.30 bis 18 Uhr „Der essbare Balkon“. Bitte anmelden unter Info@NABU-Bremen.de.


Wir sind für sie da!

Naturschutztelefon - Foto: Roger Cornitzius

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