Flächenschutz ist Hitzeschutz
NABU erneuert Forderung nach Entsiegelung und Kreislaufwirtschaft für Flächen
Löwenzahn in Asphaltlücke - Foto: NABU/CEWE/Daniel Hillebrand
Die gerade abklingende Hitzewelle in Bremen zeigt die Folgen der Klimakrise mehr als eindringlich. Temperaturen von über 30 Grad über mehrere Tage gab es so früh im Jahr in Bremen bisher nicht. Deshalb muss die Anpassung der Stadt an die neuen Bedingungen jetzt zügig umgesetzt werden, fordert der NABU Bremen. Unversiegelte, naturnahe Flächen spielen eine herausragende Rolle für die Abkühlung. Eine Kreislaufwirtschaft von Flächen mit Netto-Null-Versiegelung sowie der Verzicht auf Baugebiete auf der grünen Wiese sind deshalb unumgänglich. „Entsiegelung, durchgehende Grünzüge als Kaltluftschneisen, natürliche Gewässer und große, alte Bäume bilden eine grüne Infrastruktur, ohne die der Bremer Hitzeaktionsplan nicht nachhaltig und bezahlbar umgesetzt werden kann“, fordert Gerd Richter, Vorstandsvorsitzender des NABU Landesverband Bremen.
Nur naturnahe Vegetation auf großflächig unversiegeltem Boden kühlt auf natürliche Weise. Gleichzeitig wird Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten geschaffen. „Die Stadt darf an ihren Rändern nicht noch mehr Landschaft verbrauchen“, betont Richter. Mit Pflaster, Teer und Gebäuden abgedeckter Boden verliert seine ökologischen Funktionen sowie die Fähigkeit, Wasser zu versickern und zurückzuhalten. „Bei allen Planungen im Baubereich muss endlich das Stadtgrün als unverzichtbare Funktion mitgedacht werden“, so Richter weiter. Das hilft nachhaltig und kostengünstig Mensch und Natur.
Jede und jeder kann aber auch selbst aktiv werden. Schon eine einzelne, herausgenommene Gehwegplatte schafft Platz für Pflanzen und zugänglichen Boden. Deshalb unterstützt der NABU Bremen den Wettbewerb „Bremen pflastert ab“. Stellflächen für Fahrräder und Mülltonnen müssen nicht großflächig und komplett gepflastert sein, die Stellfläche für Autos kann aufs Nötige beschränkt sein. „Bürgern und Bürgerinnen würde es sicherlich helfen, wenn die Stadt ihnen gute Vorbilder liefert“, meint der Vorstandsvorsitzende des NABU Bremen. So könnten viel mehr Baumscheiben vergrößert werden, indem Verwaltungsverfahren vereinfacht werden und Budget für Umbauarbeiten zur Verfügung steht. Auch Immobilien Bremen sollte bei Parkplätzen und anderen Flächen von Schulen, Kitas und Einrichtungen im öffentlichen Besitz beispielhaft vorangehen. „An Budget, Planungskapazität und fehlender Priorität darf das nicht scheitern“, so Gerd Richter.
