Auf Fledermaus-Suche mit dem NABU
Exkursionen am 11.9. am Mahndorfer See und in Bremen Nord und 18.9. am Wümme-Polder Kreuzdeich
Mausohrwochenstube - Foto: NABU/Karl-Heinz Bickmeier
Der schmale Schlitz eines auf Kipp gestellten Fensters kann auf junge Fledermäuse unwiderstehlich wirken. „Die Anfang August flügge gewordenen Jungtiere sind noch unerfahren, aber auf der Suche nach Schlafplätzen außerhalb der Wochenstube, in der sie aufwuchsen“, erklärt Fledermausexpertin Bekil Nowotsch vom NABU Bremen. Vor allem Zwergfledermäuse bevorzugen schmale Hohlräume und Spalten wie sie unter Dachvorsprüngen und unter Verkleidungen an Gebäuden zu finden sind. Öffnet sich hinter dem Einflug eine ganze Wohnung, finden die fliegenden Säugetiere oft den Eingang nicht wieder. Um nicht unnötig Energie zu verbrauchen, hängen sie sich dann gern an Gardinen oder ähnliches. „Wer eine solche Fledermaus entdeckt, sollte sie auf keinen Fall anfassen oder einsammeln“, warnt Nowotsch. „Stattdessen sollte das Fenster weit geöffnet, Gardinen beiseite gezogen und Rollos aufgerollt, das Licht gelöscht und die Zimmertür geschlossen werden. In der Dämmerung und nachts finden die Tiere dann ganz von selbst wieder heraus.“
Fledermäuse können durchaus zubeißen, wenn sie sich bedroht fühlen oder festgehalten werden. Normalerweise nutzen sie ihre Zähne allerdings zum Fressen. Ihre Nahrung sind Insekten, die sie im Flug fangen. In der Dunkelheit der Nacht erkennen sie diese jedoch nicht mit den Augen, sondern orten sie wie ein Radar. Aus ihrem weit aufgerissenen Maul rufen sie im Ultraschallbereich. Trifft der Ruf auf ein Hindernis, kommt ein Echo zurück, das die Tiere mit ihren großen Ohren auffangen. So finden sie Beute von der Mücke bis zur Motte. Einige Arten wie Abendsegler sind in großer Höhe unterwegs, andere wie Zwergfledermäuse huschen um die Baumkronen in Eichenalleen, Langohren schleichen quasi durch die Äste von Waldbäumen auf der Suche nach Käfern. Aufgrund der kurzen Entfernung rufen sie ganz leise. Außer zur Jagd nutzen Fledermäuse ihr Echolot aber auch zur Orientierung. „Es ist faszinierend, wie Fledermäuse manchmal direkt auf einen zufliegen und dann unmittelbar vor der vermeintlichen Kollision abdrehen“, berichtet Nowotsch. Gerade Mücken sammeln sich um Menschen und andere Tiere, so dass der Luftraum drumherum zum Jagdrevier wird.
Das menschliche Ohr kann Ultraschall nicht hören. So genannte Bat-Detektoren übersetzen die Laute jedoch in für Menschen hörbare Frequenzen. Diese nutzt auch der NABU Bremen auf seinen abendlichen Fledermaus-Exkursionen in Bremen. Die erste startet am 11. September um 19.30 Uhr mit Bekil Nowotsch von der Bushaltestelle Burgdammer Postweg aus rund um die Ihlow. Zur selben Zeit erkundet Clemens Buchmann am Mahndorfer See Fledermäuse. Am Freitag, 18.09 um 19 Uhr beginnt Lothar Bach am Aussichthügel am renaturierten Polder Kreuzdeich an der Wümme eine weitere Tour. Bei Regen fallen die Exkursionen aus, weil dann keine Insekten fliegen und die Fledermäuse in ihren Quartieren bleiben. Die Kosten betragen für NABU-Mitglieder 5 Euro, sonst 10 Euro, es wird um Anmeldung gebeten unter Info@NABU-Bremen.de oder Tel. 0421 48 44 48 70.
Zu den Pressebildern
