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Meisensterben in Bremen bestätigt

Aktuelle Daten bestätigen: Meisensterben durch Bakterium Suttonella ornithocola auch in Bremen.

Kranke Blaumeise - Foto: Otto Schäfer

Kranke Blaumeise - Foto: Otto Schäfer

Seit März erhielt der NABU vermehrt Meldungen zu krank wirkenden Blaumeisen, die schnell verstarben. Nachdem der Erreger zuerst unbekannt war, haben nun gleich mehrere Untersuchungen den NABU-Verdacht bestätigt. Das Bakterium Suttonella ornithocola ruft bei Meisen eine Lungenentzündung hervor. Aktuelle Meldedaten bestätigen Bremen als Ausbruchsgebiet. Für Menschen ist der Erreger ungefährlich. Das Bakterium ist erst seit 1996 bekannt und wurde erstmals aus Großbritannien beschrieben.

„Inzwischen liegt die Zahl der bundesweiten Verdachtsfälle bei 16.500 mit ca. 30.000 betroffenen Vögeln. Bremen liegt bei den Meldungen mit ca. 15 pro 100.000 Einwohner auf dem 7. Platz und gehört damit höchstwahrscheinlich mit zum Ausbruchsgebiet des Meisensterbens“, schildert Scheiba die aktuelle Situation.

Nachdem der Erreger zuerst unbekannt war, haben nun mehrere Untersuchungen den NABU-Verdacht bestätigt. Das Bakterium Suttonella ornithocola ruft bei Meisen eine Lungenentzündung hervor. Für Menschen und Haustiere ist der Erreger ungefährlich. Das Bakterium ist erst seit 1996 bekannt und wurde erstmals aus Großbritannien beschrieben. „Allerdings gab es aufgrund dieses Bakteriums noch nie ein solches Massensterben, das sich neben Deutschland auch in Belgien und Luxemburg ausgebreitet hat“, berichtet der NABU-Mann.
Typisch für eine bakterielle Erkrankung wären eher lokale Ereignisse wie z.B bei den Trichomonaden, einem Erreger der vor allem Grünfinken seit einigen Jahren zu schaffen macht. „Dieses zeitgleiche, massive Auftreten in diesem Fall ist eine der interessanten Fragen, die es bei diesem Thema noch zu klären gilt“, so Scheiba weiter.

Neben Blaumeisen erkranken mutmaßlich auch die selteneren Arten, wie zum Beispiel die eher auf den Wald beschränkten Tannen- und Haubenmeisen und vermutlich auch Sumpf- und Weidenmeisen. Seltener betroffen sind offensichtlich die größeren Kohlmeisen.
Die Tiere fallen dadurch auf, dass sie nicht mehr auf ihre Umwelt reagieren, apathisch und aufgeplustert auf dem Boden sitzen und nicht vor Menschen fliehen. Oft wirken die Vögel als hätten sie Atemprobleme. Augen, Schnabel und Teile des Federkleids sind häufig verklebt.

Auch wenn bakterielle Infektionen grundsätzlich durch die Verabreichung von Antibiotika behandelt werden könnten, ist das bei Wildvögeln praktisch nicht möglich und daher nicht sinnvoll. In betroffenen Gärten müssen stattdessen besondere Anziehungspunkte für Vögel, also Futter- und Badestellen umgehend beseitigt werden, damit Vögel sich weniger leicht gegenseitig anstecken können. Damit betroffene Vogelbestände sich möglichst schnell wieder erholen können, ist es wichtig, den überlebenden Vögeln möglichst gute Bedingungen für die anstehende Brutzeit zu bieten. Ein naturnaher Garten bietet besonders viel Nahrung für die hungrigen Jungen.


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