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Die Erdmiete auf dem Balkon

Gemüselagerung im Winter ganz ohne Kühlschrank

Wenn das Gemüse abgeräumt ist, können im Winter alte Erde oder neuer Sand zum Kühlschrankersatz werden - egal, ob auf dem Balkon oder im Garten.

Erdmiete zur Gemüselagrung.  -  Foto: NABU/Dorothee Meier

Erdmiete zur Gemüselagrung. - Foto: NABU/Dorothee Meier

Erdmieten kannten unsere Groß- und Urgroßeltern. Doch heutzutage haben wir Kühlschränke, Gemüse lässt sich stets im Geschäft nachkaufen. Doch schon mal überlegt, wieviel es die Haushaltskasse entlasten würde, wenn überzählige Möhren, Pastinak, Rote Bete, Kartoffeln und Co. nicht in der Bioabfall-Tonne, sondern auf dem Tisch landen würden? Wie verhindert man, dass Möhren in der Plastiktüte Stockflecken und Kartoffeln Keime bekommen? Eigentlich ganz einfach: kühl und bei der richtigen Feuchte lagern.


Gemüse in einer Erdmiete einlagern.  -  Foto: NABU/Dorothee Meier

Gemüse in einer Erdmiete einlagern. - Foto: NABU/Dorothee Meier

Kühl ist es im Kühlschrank, aber Kartoffeln nehmen zu viel Platz weg. In den Plastikverpackungen von Möhren und anderem Gemüse bilden sich Kondenswassertropfen und lose werden sie schrumpelig. Die Feuchte stimmt nicht.
Da lohnt doch der Blick auf die Großeltern. Sie mussten ihre Ernten im Garten mit wenig technischem Aufwand und Energieverbrauch über den Winter bringen. Sie ließen Mutter Natur arbeiten: In den Tiefen des Erdbodens ist es relativ gleichmäßig kühl und auch frostfrei. Ein guter Regulator für die Feuchte ist Sand bzw. Baumaterialien wie Lehm und Ziegel. Sie bauten Gruben oder sogar extra Keller in den Boden, die mit Stroh oder ähnlichem zur Isolierung abdeckt wurden. Anschließend kam ein leicht abnehmbarer Deckel drauf.
Weniger kompliziert ist es, an einer gut zugänglichen Stelle im Garten eine Grube in den den Boden zu graben. Lebensmittelechte Eimer werden mit Sand gefüllt, darin das Gemüse eingelagert und die Eimer mit ihren Deckeln verschlossen. Das hilft gegen Tiere. Die Eimer werden in die Grube eingelassen, die Hohlräume mit Sand oder Erde aufgefüllt und das Ganze dann mit Stroh oder Laub abgedeckt. Um die Grube wiederzufinden, sollte obenauf eine Platte oder ähnliches liegen.


Die Erdmiete auf dem Balkon

Im Winter lässt sich für einige Tage auch Blattgemüse in der alten Erde eines Blumentopfes einlagern.  -  Foto: NABU/Dorothee Meier

Im Winter lässt sich für einige Tage auch Blattgemüse in der alten Erde eines Blumentopfes einlagern. - Foto: NABU/Dorothee Meier

Auf dem Balkon wird der große Topf oder die Pflanzkiste zur Erdmiete. Wenn das Gefäß trocken und überdacht steht, kann sogar die alte Erde drin bleiben, sie muss nur einigermaßen trocken sein. Gemüse einbuddeln und Gefäß oben abdecken, damit gefräßige Tiere nicht dran kommen.

Besser ist eine Füllung mit Sand. Denn Sand reguliert die Feuchte besser und enthält kaum Mikroorganismen, die das Gemüse verderben lassen könnten.


In nur wenig feuchtem Sand lässt sich im Winter gut Gemüse lagern.  -  Foto: NABU/Dorothee Meier

In nur wenig feuchtem Sand lässt sich im Winter gut Gemüse lagern. - Foto: NABU/Dorothee Meier

Allerdings ist die Lagerdauer in der Balkonmiete in der Regel längst nicht so lang wie in der Erdmiete der Großeltern. Die Menge Erde um das Gemüse ist gering, Wärme und Frost dringen innerhalb weniger Tage durch. Oft aber liegen die Wintertemperaturen in Bremen zwischen null und zehn Grad - wie im Kühlschrank. Der aber braucht Strom, Kältemittel, muss mit Energie-und Ressourcenaufwand hergestellt werden.


Tipp

Eine Schicht von trockenem Laub isoliert.  --  Foto: NABU/Dorothee Meier

Mit Laub isolieren

Trockenes Laub im Herbst sammeln und beiseite legen. Damit lässen sich Mieten fast so gut wie mit Stroh abdecken und isolieren. Allerdings darf das Laub nicht feucht oder gar nass werden. Es verliert seine Isolierwirkung dann schneller als Stroh und beginnt sich zu zersetzen.

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