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Wespen sind nützlich!

Die Gefahr wird oft überschätzt

Klar, sie können stechen und als Rentner-Wespen auf dem Pflaumenkuchen arg nerven. Aber ohne Allergie werden sie einem kaum gefährlich. Außerdem vertilgen sie Unmengen an Mücken, Läusen und Co und halten so den Garten im Gleichgewicht.

Hornissenkönigin - Foto: Helge May

Hornissenkönigin - Foto: Helge May

(Bremen, im Sommer) Immer im Hochsommer wird der NABU mit Anfragen nach der Gefährlichkeit von Wespen- und Hornissennestern geradezu überhäuft. Viele Menschen sind einfach unsicher, ob von solchen Nestern im Garten oder am Haus Gefahren ausgehen. In den meisten Fällen reichen ein paar Fakten aus dem Leben dieser Tiere schon aus, um Besorgnisse aus dem Weg zu räumen.

Den Wenigsten ist beispielsweise bekannt, dass diese Insektenvölker nur wenige Monate existieren. Im Spätsommer schlüpfen die neuen „Königinnen“, die sich nach dem Hochzeitsflug Reserven für den Winter anfressen, um dann an frostfreien Orten wie Mauerritzen, Holzstapeln oder Dachböden zu überwintern. Im Frühjahr erwachen nur die Königinnen wieder und beginnen an einer geeigneten Stelle den Bau eines neuen Nestes. Alte Nester vom Vorjahr werden nicht wieder besiedelt.
Die ersten wenigen Larven werden noch von der Königin selbst herangezogen und bleiben vom Menschen meist unbeachtet. Dann übernehmen die neuen Arbeiterinnen diesen Job und die Königin konzentriert sich auf fressen, verdauen und Eier legen. Ende Juli, Anfang August haben die Wespennester die größte Individuenzahl. Sie sammeln eine Unmenge anderer Insekten als Nahrung ein und spielen in den Stoffkreisläufen der Ökosysteme eine wichtige Rolle als „Gesundheitspolizei“.


„Gesundheitspolizei“ im Garten

Wespe am Glas - Foto: Ingo Ludwichowski

Wespe am Glas - Foto: Ingo Ludwichowski

Insektenvölker sollten nicht gestört oder sogar mutwillig zerstört werden, es ist klar, dass die Tiere dann alles tun, um ihre Brut zu verteidigen. Mit einem Sicherheitsabstand von zwei bis drei Metern kann man in der Regel mit Wespen und erst recht mit den stoischen Hornissen in guter Nachbarschaft für einen Sommer leben. Von sich aus sind die Tiere keineswegs aggressiv und Geschichten über die Gefährlichkeit von Hornissenstichen gehören ins Reich der Legenden. Lediglich bei Kleinkindern und Personen mit Allergien gegen Wespengift ist mehr als die übliche Vorsicht anzuraten.
Andere Arten wie Wildbienen und die flauschigen Hummeln haben sowieso alle Sympathien auf ihrer Seite, gehören sie doch zu den wichtigsten Blütenbestäubern im Garten. Etliche Anrufer erfragen beim NABU, wie sie diesen Tieren im eigenen Garten helfen können. Grundlage für zahlreiche Insektenbesuche im Garten sind die heimischen Wildpflanzen. Ihre Blüten locken unterschiedlichste Arten an. Die Nester werden dann gerne in lockerem Gartenboden oder Steinhaufen an sonniger Stelle gebaut.
Speziell für Wildbienen, die ihre Eier in Ausfluglöchern von holzbohrenden Insekten ablegen, können vorgebohrte Holzblöcke oder Lochsteine als Nisthilfen ausgebracht werden. Allerdings sind die Anforderungen an Nistplätze so vielfältig wie die Insektenwelt selber.


Wildbiene schaut aus Röhre - Foto: Carsten Pusch

Wildbiene schaut aus Röhre - Foto: Carsten Pusch

Ein Infopaket mit einer 30seitigen Bauplansammlung speziell für Insekten-Nisthilfen bis hin zu einem richtigen Insektenhotel und einem einem informativen Heft zum Leben von Wespen, Bienen, Hummeln & Co. sind gegen Einsendung von 5 Euro beim NABU, Vahrer Feldweg 185, 28309 Bremen, erhältlich.


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