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Jungvögel brauchen selten Hilfe

Meist sind die Eltern nicht weit

Aktuell rufen dutzende besorgte Tiefreunde beim NABU wegen vermeintlich in Not geratener Jungvögel an. Wir raten: Finger weg, eine Stunde lang mit großem Abstand beobachten, denn die Eltern sind nicht weit und füttern weiter.

Junge Blaumeise - Foto: NABU/Gaby Schröder

Junge Blaumeise - Foto: NABU/Gaby Schröder

(Bremen, im Mai) ) Es tschilpt und tschirpt in Nistkästen, Hecken und Gebüschen. Die ersten Jungvögel wagen sich aus den schützenden Nestern. Das bedeutet auch wieder viele verzweifelte Nachfragen beim NABU. Tierfreunde wollen vermeintlich in Not geratenen Jungvögeln helfen und suchen Rat. Die größte Bitte der Naturschützer wiederum ist, Katzen jetzt im Haus zu halten, damit die ungelenk flatternden Küken eine Chance haben.
Jungvögel sollten grundsätzlich an Ort und Stelle gelassen werden. In den allermeisten Fällen sind sie nicht verlassen und werden von den Eltern weiter umsorgt. Auch wenn die niedlichen Federbälle noch so herzzerreissend rufen, ist das zunächst kein Grund zur Besorgnis sondern normales Verhalten. Mit Bettellauten rufen die Kleinen nach ihren Eltern, die sie auch außerhalb des Nestes versorgen.


Katzen jetzt im Haus halten

Junges Rotkehlchen - Foto: NABU/Gaby Schröder

Junges Rotkehlchen - Foto: NABU/Gaby Schröder

Die unerfahrenen und im Fliegen noch ungeübten Jungtiere sitzen meist im halbhohen Geäst oder auf dem Boden. Bei Gefahr durch Katzen oder an vielbefahrenen Straßen sollten die Tiere einfach in den nächsten Busch gesetzt werden. Man kann Jungvögel ohne Probleme berühren, der Geruchssinn ist bei Vögeln im Vergleich zu Säugetieren sehr gering ausgeprägt. Die Eltern nehmen ihre Brut nach einer kurzen Berührung wieder an.
An Katzenbesitzer kann man nur appelieren, die Stubentiger in den nächsten Wochen nicht mehr ins Freie zu lassen. Halbflügge Jungvögel sind leichte Beute, da kommt auch bei der schmusigsten Kitty der Tiger durch.


Garten vogelfreundlich gestalten

Kohlmeisenfütterung - Foto: NABU/Kathrin Rädel

Kohlmeisenfütterung - Foto: NABU/Kathrin Rädel

Ein scheinbar verlassener Jungvogel sollte, um die Eltern nicht zu vertreiben, mit gebührendem Abstand mindestens eine Stunde lang beobachtet werden. Wenn in dieser Zeit kein Eltern- oder Geschwistervogel entdeckt wird, können Hilfsmaßnahmen sinnvoll sein. Dazu gehört zunächst die behutsame Untersuchung auf Verletzungen, Brüche und Durchfall. Im Zweifelsfall sollte ein Tierarzt befragt werden, oft hilft der auch kostenlos weiter.
Jungvögel sind Wildtiere, man darf ihnen nur im echten Notfall helfen. Als Haustiere sind sie überhaupt nicht geeignet. Deshalb ist eine kurze Pflege mit schnellstmöglicher Auswilderung immer das Ziel des verantwortungsbewussten Tierfreunds. Und so grausam es auch erscheinen mag, wenn ein Jungvogel verlassen stirbt – in der Natur sind solche Bewährungsproben ein normaler Vorgang.
Die beste Vogelhilfe ist im übrigen der naturnahe Garten mit abwechslungsreichen, einheimischen Pflanzen und damit mit natürlichen Futterquellen und Versteckmöglichkeiten.


  • Kohlmeise mit Raupe - Foto: Frank Derer

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Unser Naturrefugium, gut ausgeschildert im Stadtteil Hemelingen - Bild: NABU Bremen

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Naturschutztelefon - Foto: Roger Cornitzius

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